Rendering Gesamtviadukt

Architektur

Für die architektonische Konzeption der neuen Einbauten untersuchte EM2N im Wesentlichen zwei Fragestellungen: Wie lässt sich ein denkmalgeschütztes Infrastrukturelement programmieren, so dass es integraler Teil des Stadtgefüges wird? Und wie kann man heute in der Schweiz noch günstig bauen, trotz drastisch zunehmender Regulierungsdichte und Komfortansprüchen in Bereichen wie Energie, Hygiene und Brandschutz?

Das Viadukt ist mehr als eine Brücke. Wie ein von Menschenhand errichtetes Gebirgsmassiv tritt es in der Stadt in einem landschaftlich-topografischen Massstab auf. Das ursprünglich als Bahntrasse genutzte Infrastrukturwerk soll als linearer Park Teil einer Kultur-, Arbeits- und Freizeitmeile werden.

 

Diese Reprogrammierung des Viadukts löst zwei entscheidende städtebauliche Impulse aus: Aus einer räumlichen Barriere wird eine vernetzende Struktur und die angrenzenden Aussenräume werden aufgewertet. Das Viadukt wird zur grossmassstäblichen Vernetzungsmaschine und zum linearen Haus. Diese Ambivalenz betrachten EM2N als grundlegende Qualität und nehmen sie zum architektonischen Leitmotiv, um die neuen Nutzungen symbiotisch mit der Viaduktstruktur zu verbinden. Die charakteristische Zyklopenmauer bildet dabei das zentrale atmosphärische Element. Die neuen Strukturen nehmen sich bewusst zurück und inszenieren die bestehenden Bögen. Für den Innenausbau können die Mieter aus einem Baukasten von Elementen wählen oder ihn selbst gestalten.

Modellaufnahme1
Modellaufnahme2

Fuss- und Radweg, Zürich

Der Lettenviaduktweg vernetzt die Freiräume an der Limmat mit denen im Kreis 5. Auf dem ehemaligen Bahnviadukt erleben Fussgänger und Radfahrer die Stadt aus einer neuen Sicht. Unter Beachtung des denkmalgeschützen Viaduktbauwerkes galt es, den ehemaligen Personen- und Gütertransportweg zu einem Freizeitweg zu transformieren. In Anlehnung an Bahnschwellen wird der Weg mit längsformatigen Betonbrettern belegt und in Teilbereichen von Sitzgelegenheiten begleitet. Die Bretter liegen als klar bezeichnete Geh- und Fahrfläche im Gleiskörper, der nach wie vor mit Schotter belegt ist. Der offene Schotter bietet Platz für die Mauereidechse, für die der Bahnviadukt zu einem wichtigen Lebensraum geworden ist.

Fuss- und Radweg
Fuss- und Radweg